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Das Wetter ist wieder herrlich und wir erreichen auf einer schnellen Piste im leicht welligen Terrain schon wieder einen warmen Brunnen.
Selbstverständlich baden wir, waschen uns die Haare und fahren weiter. Dann wird es langsam lustiger. Der Weg in den Süden ist durch querstehende Dünenzüge
gesperrt. Heidi navigiert nach dem Buch von Gandini und ich bin begeistert. Seine GPS Punkte sind ca. 8 Km voneinander entfernt und grundsätzlich ca. 500m vor die
Dünenketten gesetzt, so das ich den Aufstieg aussuchen muß.
Es ist elegantes Fahren beim herrlichen Kaiserwetter. Sogar die Nächte werden immer wärmer.
Der nächste Tag ist übertrifft den gestrigen. Sonne und so hohe Dünen das wir die Auffahrten suchen müssen. Wir fahren vorbei an wahnsinnig steilen und langen
Abfahrten, die von Süden in den Norden führen und die in unserer Richtung unpassierbar sind.
Technisch ist dieser Abschnitt leichter als Bir Aouine - El Borma weil die Dünen in den Dünenketten größer sind. Sie zwingen nicht zu einer slalomartigen Fahrweise.
Trotzdem berührt Felix bei der Landung nach einem Sprung mit seiner Winde den Boden und muß die Abdeckung mit Draht fixieren. Also Null Problem. Die Nacht wird noch wärmer und wir unterhalten uns bis 23 Uhr.
Am dritten Tag steigt das Thermometer auf 25°C. Wir erreichen Bir Pistor. Alles ist OK nur Felix´s Landy verliert Sprit. Glücklicherweise ist es nichts ernstes. Die
Dieselrückführung hat einen Riß. Felix lötet die Verbindung und alles ist OK. Wir können durch die Dünen nach El Borma zurück.
Am vierten Tag machen wir noch schnell einen kleinen Abstecher nach Libyen, so das sich unsere ursprüngliche Tour durch Tunesien in eine drei Länder Expedition
verwandelt hat. Damit wurde der südlichste Punkt erreicht. Dann ändert sich das Wetter. Wind kommt auf und bringt Wolken mit sich. Wir fahren in den Norden
durch die Dünen Richtung Tiaret. Nach einigen Kilometern ändert sich das Gelände. Die großen Freiflächen zwischen den Dünen sind mit Dünetten ausgefüllt.
Am fünften Tag tanken wir in Tiaret und fahren die Gandini-Route in den Westen. Der Wind hat die Wolken weggeblasen aber die Sonne ist kaum zu sehen, weil er den Staub in die Höhe befördert hat.
Den sechsten Tag muß ich einige Male Felix im weichen Sand anschleppen. Als es auch bergab passiert, ahnen wir böses und machen den Test. Der Vorderradantrieb
ist ausgefallen. Wir montieren den Kardan aus, aber als ich neben Felix mit offenem Fenster fahre sind die Mahlgeräusche unüberhörbar.
Eine Weiterfahrt ist nicht möglich. Wir können nicht riskieren, das der Landy bei einer schweren Beschädigung des vorderen Differentials nicht rollbar wäre. Denn
dann müßten wir das ganze Differential ausbauen. Und die Zeit ist gegen uns. Übermorgen am Nachmittag geht unser Schiff. Zum Hafen sind es fast 900 km und
wir sind noch nicht einmal auf der Piste nach El Borma. Felix holt sich telefonisch Anweisungen von seiner Werkstatt. Der Wind wird immer stärker und ein Sandsturm kommt auf. Wir legen Kanister
und Sandbleche um den Wagen herum, damit wir an der Vorderachse arbeiten können. Die Wellen werden ausgebaut aber beide sind OK. Also hat das
Differential einen Schaden. Da es sich ohne Kardanwelle und ohne Steckachsen nicht drehen kann, kann Felix mit Hinterradantrieb weiterfahren. Und wieder hatten
wir Glück. Ich denke an mein Grigri ohne die Hilfe des Telefons zu vergessen. Wir sind ungefähr 20 KM vom Brunnen entfernt und noch weniger von einer Piste die zum Brunnen führt.
Die ganze Aktion die um 10 Uhr angefangen hat ist inklusive Zusammenpacken um 22 Uhr beendet und wir können weiterfahren. Felix hat in seinem PC eine Route von
Tiaret zum Brunnen, was die nächtliche Fahrt erheblich erleichtert. Obwohl das Terrain leicht ist, gibt es zu viele weiche Stellen, in denen der Landy immer wieder
hängen bleibt. Teilweise ist der Sand so weich, das beide Fahrzeuge beim Anschleppen auf Blechen stehen müssen. Das ist nötig damit sich das Zugfahrzeug
nicht eingräbt, obwohl der Toyo in den 33 Reifen nur 1 ATÜ hat. Aber mit der Bergungsaktion von Tims Landy vor El Borma ist es nicht vergleichbar. Dann
erreichen wir endlich die Piste zum Brunnen. Es geht sehr flott voran weil die Balisen mit reflektierender Farbe angestrichen sind. Um 24:00 sind wir am Brunnen. Felix ist
nach der Reparatur voller Sand und Öl. Er badet noch in der Dunkelheit. Dann fahren wir weiter und schlafen vor El Borma.
Am siebten Tag, genauer in der Nacht erreichen wir Hammamet und am achten Tag besteigen wir, mit dem Rest der Gruppe vereint, das Schiff. Es war ein guter Trip. Voilà (wie Markus zu sagen pflegt).
Ende
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