|
Als Belohnung erreichen wir wieder einen Brunnen (N 31° 48´, O 09°09´) mit 38°C warmen Wasser. Wir sind halt von Glück verfolgt.
Langsam entwickelt sich unsere Tour zu einem Badeurlaub in der Wüste und das Wetter spielt auch mit. Und das im Januar. Nach dem Bad fahren wir weiter. Am Abend ist der Himmel
voller Sterne und wir sehen am Horizont den roten Schein des tunesischen und auch des algerischen El Borma. Beide Bohrstellen obwohl voneinander sehr entfernt haben den Namen des Erg´s übernommen.
Es war die kälteste Nacht. In der Früh haben wir zwar –7 C° aber dafür wieder Sonne wie in Italien. Wir erklimmen drei Übergänge in den Dünen, aber wir kommen El Borma nicht sehr
viel näher. Die Nord Süd Passage hat es, wie bekannt, in sich. Wir suchen zufuss die die optimale Trasse. Als Tim an uns vorbeifährt, hören wir ein Klack und sein Auto bleibt sofort hängen.
Wir heben mit zwei Wagenhebern die Vorderachse an damit man feststellen kann was los ist. Die Diagnose ist eindeutig. Der Vorderradantrieb ist ausgefallen. „Bubu“ berät sich telefonisch
mit der heimatlichen Werkstatt. Danach folgt der Ausbau der Kardanwelle. Es wird zwar ohne Allradantrieb Probleme im Sand geben, aber wir müssen es aus den Dünen auf die Piste kriegen. Es ist ein trauriger Abend.
Am nächsten Morgen laden wir alle schweren Sachen vom Tim´s Auto auf die restlichen drei Fahrzeuge damit sein Landy so leicht wie möglich ist. Dann fängt der Kampf um die Rettung
von Tim´s Auto an. Wen wir es nicht aus den Dünen hinausbringen, dann schafft es nur ein Bergungshubschrauber. Auf den breiten mehrstöckigen Dünenkamm ist der angewehte Sand
so weich, dass Tim nur sehr kurze Abschnitte selbständig befahren kann. Das Auto wird hauptsächlich auf Blechen, mit Graben, Schieben und Schleppen nach vorne bewegt. Felix
fährt vor um den weiteren Weg zu erkundschaften und die Piste zu suchen. „Bubu“, Markus, Otto, Heidi und ich boxen uns mit Tims Auto Meter für Meter nach vorne. Nach etlichen
Stunden erreichen wir den Dünenkamm und sehen unten weit in der Ferne die harte braune Fläche. Dort ist die Piste nach El Borma. Und dort wartet Felix. Aber er kann nicht zurück zu
uns kommen. Wir sind durch eine steile zweistöckige Abfahrt getrennt. Hermann erklimmt Zufluß die Steigung und kommt zur Verstärkung. Trotzdem haben wir erst am späten
Nachmittag den anstrengendsten Teil hinter uns gebracht. Vor uns stehen noch zwei steile Abfahrten im tiefen Sand bis wir den harten Untergrund erreichen. Und das ist der gefährlichste Abschnitt des Übergangs.
Markus und Tim sind mit einem langen Seil verbunden. Tim fährt als erstes Auto die Düne nach unten. Markus sichert ihn von hinten, damit Tim keine Eskimorolle macht. Denn in sehr langen
weichen Abfahrten wie dieser ist es sehr schwierig ein Auto ohne Vorderradantrieb in der Fallinie zu halten. Markus läßt ihn langsam an einem ständig gespannten Seil langsam abfahren.
So kriegen die beiden den Landy unbeschadet nach unten.
Wir haben es geschafft. Das Auto ist gerettet. Es war bis jetzt der schwierigste Tag überhaupt. In der Ebene muß Tim noch durch einige Verwehungen geschleppt werden aber am Abend
stehen wir in den letzten Dünen vor El Borma. Wir haben an diesem Tag ganze 6,7 Km geschafft. Am nächsten Tag erreichen wir problemlos El Borma. Die Sonne scheint, aber Wind kommt
auf. Wir betanken uns und fahren zum Abschiedsabend in die Dünen. Dann kommt die Entscheidung. Obwohl wir vom Schrottplatz in El Borma eine Steckachse bekommen würden,
werden Tim mit Bubu und Markus mit Otto zusammen das berühmte Berberfest in Tatouine besuchen und den Norden auf hartem Untergrund erkunden. Felix mit Hermann und ich mit
Heidi können noch in den Süden fahren. Wir werden uns in einer Woche im Hafen treffen. In der Frühe trennt sich die Gruppe schweren Herzens.
|